Aufbruch in ein neues Leben?

Rezension: Katarina Bivald: Highway to Heaven, btb Verlag, München, 2018 ISBN 978-3-442-71560-2

Annette sieht sich plötzlich in der Rolle der verlasssenen alleinerziehenden Mutter; verlassen von ihrer einzigen Tochter, die das Haus für ein Studium verlässt. Plötzlich ist da nur Leere und Verzweiflung, die aber bald den Versuchen Platz macht, alte begrabene Träume aus der Jugend zu verwirklichen: Motorrad fahren (lernen), wieder ein Date haben….

Was macht man, wenn der Lebensmittelpunkt (die Tochter) aus dem Leben verschwindet und ihre eigenen Wege geht? Wie das Loch füllen, wie das Gefühl der leeren Wohnung ertragen, wenn alles geputzt, geordnet und in Reihe gebracht ist? Alte zu neuen Zielen machen? Aber was werden die Nachbarn, Bekannten, die ganze Kleinstadt sagen, wenn man plötzlich aus dem routinierten, aber langweiligen Leben ausbricht und nicht nur einen jüngeren Mann datet, sondern auch noch einen längst totgesagten Stadttag mit unermüdlicher Energie und Hartnäckigkeit wiederbelebt?

Werden die Ketten der Konventionen und eigenen Moralvorstellungen Annette für immer fesseln oder gelingt es ihr am Ende trotz aller Widrigkeiten, wenigstens ein paar ihrer Träume war werden zu lassen?

Das Buch beginnt sehr salopp und leicht, die Geschichte kommt einem sehr vertraut vor und man stellt sich insgeheim ein bisschen auf das Kleinstadtniveau ein. Alles easy and smooth zu lesen und so plätschert die Geschichte munter vor sich hin, ideal geeignet nach Feierabend auf andere Gedanken zu kommen.
Leider verliert sich diese Leichtigkeit gegen Ende des Buches ein wenig und so war das letze Viertel fast eine Pflichtübung, um noch bis zum Ende durchzuhalten. Zu viel wurde da noch hineingepackt, was dann irgendwie nicht mehr zu Ende gebracht wurde.

Aber trotzdem, als Feierabendablenkung auf jeden Fall zu empfehlen!

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