Gelesen – gesehen – gehört im März und April

Gelesen

Martin Walser: Der sterbende Mann

Und er stirbt und stirbt nicht. Nach dem Hype um Martin Walser und weil in meiner 2. Homezone so einige Walserstätten in der Nähe liegen und demnach auch so einige Bücher im dortigen Regal stehen, habe ich mich das erste Mal an einen Walser gewagt. „Ein sterbender Mann“ hörte sich ganz interessant an, mit Online-Foren und Suizidgefährdung und so. Und am Anfang fand ich es auch ganz spannend; der imaginäre Dialog mit einem Autor, die Suche zur Selbsthilfe im Netz, die tragische Geschichte des Verrats eines Freundes…. aber jetzt zieht es sich doch irgendwie in die Lääääääääääääänge. Manchmal möchte ich ihm zurufen: „Entweder du beißt die Zähne zusammen und fängst halt wieder von vorne an; eine Firmenpeite ist doch nicht der Untergang; du hast Deine Frau und „noch“ Dein Leben“ oder ich denke so bei mir: „Wenn ich mich umbringen wollte, dann wäre das nicht so eine langwierige Entscheidung. Auto, Baum,fertig.“ Und ausserdem, Suizid zu begehen, um einem anderen Menschen damit klarzumachen, dass er einen Fehler gemacht hat: ganz schlechte Idee; das funktioniert NIE!

Und nun? Jeden Abend  drücke ich mich momentan ums Weiterlesen. Aber irgendwann muss ich da durch. Nur nicht gerade heute. Morgen ist ja auch noch ein Tag…

Hannah Corvey: Heidelberger Wasser

Endlich mal ein Krimi, der das Potential von INF aufnimmt, dachte ich, als ich die Meldung in der Zeitung las. Wer die Gegend und das INF kennt, der weiß, was für ein Labyrinth sich unter dem Klinikum und Theoretikum – unsichtbar und unbemerkt für die oberirdischen Besucher – ausbreitet. Ein und zweistöckig in die Tiefe, verborgene Gänge, tote Winkel, geheimnissvolle Maschinen und Labore…… Davon hätte ich mir mehr gewünscht, aber trotzdem war der Krimi spannend, so dass ich ihn in 3 Abenden gelesen habe.

Die Auflösung war mir dann doch etwas zu einfach, da hätte es durchaus noch für den Leser quälender vor Spannung sein können. Bietet doch das alte Gelände des Hospitals noch genug Platz. Dafür hat die Stadt übrigens noch keinen Plan, nur für das weiter nördlich gelegene Quartier des Headquarters.

Doch, liest sich locker leicht und für den Sommerurlaub durchaus zu empfehlen.

David Withehouse: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

England, Bibliothek, ein bißchen Thrill….alles natürlich Zutaten, denen ich nicht widerstehen kann. Die Geschichte beginnt eigentlich mit dem Ende; aber das macht nichts. Weil es nicht das GanzEnde, sondern nur das KurvorEnde ist. Ja, lasst mir doch meine sprachlichen Neuschöpfungen! Eine faszinierende, gut und durchgängig geschrieben, ich konnte sie nicht aus der Hand legen, bis ich nicht am Ende war. Irgendwie wünscht man den Protagonisten, dass ihr Plan aufgeht.  Einiges habe ich von meinen Englandaufenthalten her wiedererkannt, also nicht die Örtlichkeiten, sondern die Befindlichkeiten und die britischen Eigenheiten, die uns auffallen, dort aber Gang und Gäbe sind; und die mir das Land so sympathisch machen.

Ein schönes Buch, gut für die Ferien; man kann es locker leicht lesen, man kann sich aber auch von der Geschichte hinter der Geschichte einnnehmen lassen>, und die ist dann doch nicht mehr so locker leicht; aber trotzdem fesselnd.

Laura Schroff / Alex Tresniowski: Immer montags beste Freunde

  Ich gebe zu, ich kaufe mehr Ebooks als gedruckte Bücher, einfach weil mein Regalplatz sehr begrenzt ist. Aber wenn ich im Urlaub in meiner zweiten Homebase bin, dann gehört es zur Tradition, dass ich in den örtlichen Buchladen gehe und ein gedrucktes Buch als Urlaubslektüre kaufe. So kam dieses Buch zu mir und wie es meistens im Urlaub ist, man macht tagsüber so viele Sachen, dass man abends zu müde zum Lesen ist! Also wanderte es ungelesen in mein Regal der ungelesenen Bücher und da stand es nun. Zum Glück war ich nach dem Heidelberger Wasser immer noch auf der Ausflucht vor dem sterbenden Mann und da kam mir dieses Buch gerade recht. Und wie recht: Innerhalb von 4 Abenden hatte ich es durchgelesen. So merkwürdig spannend, obwohl ja ein Tatsachenbericht und nichts mit Crime oder Thrill. Aber doch spannend und anrührend und gleichzeitig fragte ich mich manchmal, ob wirklich alles so den Tatsachen entsprach. Einfach unfassbar, anrührend, mutig und zum Glück eben doch realitätsnah und nicht das Happy End, was es für mich dann doch wieder in Richtung Phantasie und geschönte Geschichte getrieben hätte. Toll und mutig; ob ich das so könnte? Regt zum Nachdenken an.

Gesehen

Nix Besonderes

Gehört

Mal wieder die alten CDs mit meinen Franzosen rausgekramt und dem Anlass entsprechend angehört:

Michel Sardou, Charles Aznavour, Gilbert Becaud, ……

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