Ein bisschen Nachgruseln…..

Könnte heuer etwas zweideutig daherkommen, aber nein, dieses Blog wird sich nicht zur Wahl des 45. US-Präsidenten äussern.

Es geht um Bücher; wen wundert es! Leider hatte ich keine Zeit, sie pünktlich zu Halloween zu lesen, deshalb eben „Nachgruseln“. Auf die zwei Titel bin ich ganz zufällig gestossen, mitnichten wollte ich mir bewusst neue zu lesende Bücher aufhalsen; dazu ist mein virtueller ebook- und reale Stapel der ungelesenen Bücher schon wieder viel zu schnell in die Höhe geschossen; nein, ich stieß auf diese beiden Bücher im Rahmen eines Recherchekurses, den ich für Biologiestudierende im ersten Semester gegeben habe. Zufälligerweise an Halloween, und was lag da näher als das irgendwie in die Recherche mit einzubauen.

Erstaunlicherweise gibt es im medizinischen/biologischen Bereich tatsächlich Literatur; natürlich meistens Schriften zur Gefahr der Adipositas durch den übermäßigen Genuss von an Halloween gereichten Süßigkeiten aber das erstaunlichste Ergebnis  war das Auffinden der oder des Halloween-Gens.

Ja, sowas gibt es bei der auch bei uns so beliebten und bekannten Drosophila Melanogaster, der Fruchtfliege. Spook-Genes oder Halloween-Genes kommen da vor, die irgendetwas mit dem nicht vollständigen Ausreifen des Fliegenkörpers nach der Verpuppung oder so zu tun haben.

Aber zurück zum Nachgruseln, die zwei Bücher, die ich im Katalog gefunden habe, waren:

Ray Bradbury: The Halloween Tree in einer englischen Ausgabe von 2000 und

Stewart O’Nan: Halloween (deutsch), Originaltitel „The night country“ von 2004.

Den Bradbury habe ich zuerst gelesen, einerseits war er kleiner und dünner, andererseits kam mir der Autor irgendwie bekannt vor und richtig: Pflichtlektüre für jeden Bücherwurm stammt von ihm: Fahrenheit 451!

Es hat dann auch nur 4 Tage/ Abende gebraucht, um diese nette kleine Kulturgeschichte des Halloweenfestes durchzulesen, denn das ist es im Endeffekt, auch wenn es in einer netten hübschen Halloween-Gruselgeschichte verpackt ist.

Besonders gut gefiel mir das Lied des Halloweentrees, die Bilder, die Bradbury mit seiner Sprache malte – oder die wenigstens in meinem Kopfkino beim Lesen abliefen- waren herrlich phantastisch, bunt, wild, mal schnell aufeinander folgend, mal ruhig innehaltend. Vom Motiv hat es Ähnlichkeiten mit Dickens Christmas Carol; auch hier werden die Protagonisten mit auf eine Zeitreise genommen; und von der Bildsprache sah ich die Figuren  in der Verfilmung vom Grinch. Und die Ausstattung und Phantastik von „Charlie and the Chocolate Factory“ vor mir. Und immer wieder der Hintergedanke „das müsste doch eigentlich mal verfilmt worden sein…“

Das Lied des Halloween Tree:

It’s big, it’s broad. It’s broad, it’s bright…
It fills the sky of All Hallows Night…

The strangest sight you’ve ever seen.
The Monster Tree on Halloween.

The leaves have burned to gold and red
The grass is brown, the old year dead,
But hang the harvest high, Oh see!
The candle constellations on the Halloween Tree.

The stars they turn, the candles burn
And the mouse-leaves scurry on the cold wind bourne,
And a mob smiles shine down on thee
from the gourds hung high on the Halloween Tree.

The smile of the Witch, and the smile of the Cat,
The smile of the Beast, the smile of the Bat,
The smile of the Reaper taking his fee
All cut and glimmer on the Halloween Tree.

Als ich das Lied meiner Kollegin zum Lesen gab, summte sie es sofort vor sich hin; genau so erging es mir auch beim Lesen, man hatte sofort eine diffuse Melodie im Ohr!

Alles in allem keine Gruselgeschichte, sondern eine Erklärung des Ursprungs von Halloween, wie fundiert und wahr alles ist, habe ich nicht nachgeprüft, aber einige der früheren Bräuche waren auch mir schon so bekannt, es könnte also tatsächlich stimmen. Und es las sich flüssig, stimmig; machte richtig Spass abends mit einer guten Tasse Tee und bei Kerzenlicht mit Tom und Moundshroud auf die Reise zu gehen!

O’Nans „Halloween“ scheint dagegen wirklich eine Gruselgeschichte zu werden, bis zum jetzigen Lesezeitpunkt habe ich erfahren, dass der Protagonist, der ich bin; das Buch spricht mich als Leser mit Du an; dass also ich der einzige Überlebende eines tragischen Autounfalls an Halloween bin. Und anscheinend verfolgen mich die Geister meiner Mitfahrer, die allesamt umgekommen waren; der Unfall passierte zu <Collegzeiten, es handelte sich also um junge Menschen, die da ihr Leben an einem Baum an einer Kreuzung ließen.

Diese für mich ungewohnte Perspektive des Lesers macht es mir momentan etwas schwer, voll einzusteigen – jaja, der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier – aber ich werde noch ein zwei Abende darauf ansetzen und dann entscheiden, ob ich bis zum Ende durchhalte!

Nachgruseln die dritte:

Gerade beim Rumstromern in den Regalen meiner Arbeitsstelle gefunden und wider besseren Gewissens ausgeliehen:

Gabriele Weingartner : Geisterroman , ganz frisch aus dem Jahr 2016.

„Lesen und nachdenken würde sie auf der Reise, nahm sich Klara beim Kofferpacken vor…“

Irgendwie ein guter Anfang, oder?

Nun gut, schlaflose Nächte kann man auch ohne Präsidentenwahlen haben, man muss nur von spannenden Büchern umgeben sein!

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