Ein Gedicht verfilmen … Vor dem Gedicht

So, das war jetzt nur das Gedicht. Aber in meinem Kopf ist das eigentlich das Ende des Films. Oder auch nicht, bin mir noch nicht sicher, ob es und wie es danach weitergehen könnte. Ohne Happy End, ohne Antwort auf die Frage, wie es weiter geht. Was der Reisende jetzt macht. Sucht er weiter, findet er diejenigen, denen er versprochen hat zu kommen. Bei Walter de la Mare ist der Reisende einfach da. Ohne jegliche Information über das Woher; den Background etc. Das gibt einem natürlich die Freiheit, sich hier etwas Eigenes zu erfinden.
Auch für das davor gibt es bestimmt mehrere Varianten, die mir so nach und nach einfallen werden.

Vor dem Gedicht – Variante 1

Ein Mann, vielleicht Mitte 30, erfolgreich, beliebt, aber ohne Familie. Man sieht ihn eine Party in seinem neuen Appartement geben. Er scheint frisch eingezogen zu sein. In manchen Zimmern stehen noch Umzugskartons; so auch in seinem Arbeitszimmer. Diplome hängen an der Wand.

Seine Freunde, Kollegen, Nachbarn sind da oder kommen gerade. Vor dem Haus ein schickes neues Auto.
Das Appartement ist hell, freundlich, geschmackvoll eingerichtet, aber nicht zu teuer und elitär. Gehobene Mittelschicht. Kleiner Garten vor dem Haus; wir sind vielleicht in einem Vorort von London, oder so.
Kurz alles Hinweise dafür, dass wir es hier mit einem erfolgreichen, sympathischen jungen Mann zu tun haben.
Ein paar Photos hängen an der Wand in seinem Arbeitszimmer; Gruppenfotos vom Sport, Kollegen, Freunden – keine Familienfotos.

Die Party ist zu Ende. Der letzte Gast hat sich verabschiedet. Der Mann räumt die Gläser in die Küche; macht leise Musik an. Er hat noch sein Glas in der Hand, tritt ans Fenster und blickt in die Nacht hinaus. Nachdenklich nippt er an seinem Glas, dann gibt er sich einen Ruck, trinkt aus, stellt das Glas ab und geht in sein Arbeitszimmer. Auf seinem Schreibtisch steht eine Umzugskiste; er stellt sie auf den Boden, setzt sich und beginnt sie auszuräumen. Unterlagen, alte Zeugnisse, ein Jahrbuch ist zu erkennen – aus seiner Schulzeit/ Hochschulzeit? Fremde Schrift, vielleicht kyrillisch auf jeden Fall nicht zu entziffern.

Ein Brief, schon etwas vergilbt fällt heraus, mit ausländischer Marke. Hastig nimmt er den Brief und legt ihn in das Buch zurück; und beiseite. Er packt weitere, belanglose Sachen aus. Dann eine Zigarrenkiste/Holzkiste. Er stellt sie zu den anderen Sachen auf den Schreibtisch, aber so achtlos, dass sie herunterfällt und weitere Briefe aus ihr herausfallen.

Man erkennt die gleiche Handschrift wie bei dem ersten Brief, die gleichen ausländischen Marken. Es scheint die Korrespondenz von mehreren Jahren zu sein. Die Briefe sind teilweise ungeöffnet. Der Absender trägt den gleichen Nachnamen wie der Adressat.

Unwillig nimmt er die Briefe hoch, will sie wieder in die Kiste legen; als er plötzlich innehält. Er holt den – wohl neuesten – Brief aus dem Jahrbuch heraus und betrachtet ihn nachdenklich. Dann setzt er sich an sein Laptop, man sieht ihn Adressen recherchieren; er telefoniert, dann wieder am Laptop. Er scheint etwas zu suchen.

Er telefoniert wieder, geht mit einem kleinen Koffer aus dem Haus, steigt in sein Auto und fährt davon.
Man sieht in Zeitraffer Schilder, Autobahn, Fähre, wieder Schilder, Autobahnen, es wird Tag. Dann auf der Fähre, dann wieder Autobahn, Schilder, Raststätte, Grenzübergang, dann langsam ändert sich das Straßenbild; wir sind im östlichen Europa angekommen. Die Schilder sind jetzt in derselben Sprache wie das Jahrbuch. Es wird Nachmittag; er fährt immer weiter; es wird langsam Abend.
Ausblende

Und dann startet das Gedicht…..

 

Sozusagen die Variante: Als junger Mensch ausgezogen aus den ärmlichen Verhältnissen seines Landes. In England ein erfolgreicher Geschäftsmann etc. geworden; aber den Kontakt zu seiner Familie seit seinem Weggang nie mehr gesucht/ gewollt..?
Jetzt, durch den Neueinzug und den Fund der Briefe sich seiner Wurzeln erinnert.

Hört sich das zu kitschig an?

 

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