Samtschwarz…

Schreibtisch mit alten Füllern, Tintenfass und dem Buch „Samtschwart“

Wie ein Kaweco Sport. Ui wie habe ich mich gefreut, als ich den Heidelberg-Krimi von Marlene Bach im öffentlichen Bücherregal entdeckte.

Natürlich zuerst nur wegen des Genres, aber dann nach dem Lesen des Klappentextes um so mehr. War ich doch durch eine Rechercheanfrage gerade selbst auf den vergangenen Füllfederhalterspuren Handschuhsheims und Heidelbergs unterwegs gewesen. Und dann ein Krimi, der genau dieses Thema aufgriff? Kann es tatsächlich solche Zufälle geben?

Zum Inhalt:

Es ist das zweite Zusammentreffen von Hauptkommissarin Maria Mooser und der Neuheidelbergerin Mila Böckle. Zwei Wochen Urlaub auf der Dachterrasse der kleinen Pension inmitten der Heidelberger Altstadt klingen verlockend, gestalten sich jedoch anstrengender und gefährlicher als gedacht. Und das alles nur wegen des Genusses von Absinth, ein paar geschenkten Keksen und Sonnenschein. Da kann man schon ein paar Halluzinationen entwickeln, oder war der junge gutaussehende Gast doch echt gewesen? Die Beule am Hinterkopf und die höllischen Kopfschmerzen am nächsten Tag waren auf jeden Fall real.

Auf der Suche nach Klarheit wendet sich Mila an die einzige Person, die so etwas aufklären kann: das Krokodil; Hauptkommissarin Maria Mooser von der Heidelberger Polizei. Übellaunig, nahe eines Burnouts und deshalb gerade beurlaubt. Widerwillig hilft sie Mila, eigentlich nur, um sie so schnell wie möglich los zu werden. Das misslingt völlig, werden beide doch auf der Suche nach dem ominösen Gast gekidnappt und in einem Abrisshaus gefangen gehalten.

Dass mehr als nur die Jagd eines Sammlers nach einem seltenen Füller, dem sogenannten Kaweco Perkeo dahinter steckt und dazu noch ihr Chef, der Besitzer der Pension Geheimnisse zu verbergen hat, machen diesen Krimi angenehm spannend, ohne einem schlaflose Nächte zu bereiten. Was als Aktion radikaler Umweltschützer in Heidelberg beginnt, macht Mila plötzlich zur unfreiwilligen Mittäterin.

Die Lokalitäten sind sauber recherchiert, als Heidelberger kann man die Laufwege und Örtlichkeiten bestätigen. Schön auf diese Weise mal durch die Stadt zu schlendern.

Als Füllerfan und Besitzer einiger Kawecos jedoch kam mir das Füller- Thema etwas zu kurz; aber auch hier stimmten die Fakten, das Museum ist übrigens wirklich ein Kleinod!

Ein leichter schneller Krimi für zwischendurch und der Rat an alle Heidelberger Neubürger: es heißt „Fauler Pelz“!

Samtschwarz – der badische Krimi von Marlene Bach
Emons Verlag 2020

Veröffentlicht unter Literatur | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Ooops, it happened again…

Tja, da ist es wieder passiert; ich bin vom british virus befallen worden und nun ist es erstmal wieder um meine deutschen Bücher geschehen….

Das passiert mir immer mal wieder, dass ich durch einen Film oder Serie britischer Herkunft quasi in die Medienwelt dieses Landes hineingesogen werde und dann wächst der Bestand in meinem britischen Bücherregal sprunghaft an. Schuld ist dieses Mal die Serie „Broadchurch“ mit Olivia Colman und David Tennant. und wenn mich ein Film oder eine Serie dermaßen triggert, dann will ich natürlich sehen, ob es dazu ein Buch gibt, auf der die Serie beruht etc. Das gab es, sogar eine deutsche Übersetzung“Broadchurch – der Mörder unter uns“ und natürlich brauchte ich beide!

Aber ach, was eine herbe Enttäuschung die deutsche Übersetzung. Aber dazu (an anderer Stelle mehr). Im englischen Original war ich ruckzuck durch! Erstaunlicherweise hat die Autorin noch 9 weitere Geschichten zu Broadchurch geschrieben, jeweils eine Person des Ortes spielt darin die Hauptrolle. Sozusagen Fanfiction von der Autorin selbst;-)

Durch David Tennant bin ich auf weitere Filme und Serien gestoßen und nun fleißig am eckige Augen bekommen;-)
Nun gebe ich zu, dass ich bis dahin noch nie eine Folge von „Dr. Who“ gesehen geschweige denn gelesen hätte und ich deshalb auch völlig unbeleckt in dieses Universum geworfen wurde.

Aber davor schaute ich natürlich noch nach anderen Filmen und fand sowohl bei meinem Streaming Dienst als auch auf Youtube einiges! Unter anderem auch ein paar Klassiker, „Macbeth“ als Radio-Version bei BBC und Hamlet – in Bruchstücken auf Youtube (ich warte sehnsüchtig auf die DVD aus UK). Nun bin ich ja ein nicht englisch Muttersprachler und so kann ich zwar akzentarmen Englisch folgen, aber bei Shakespeare wird es schon schwierig und bei einem schottischen Hamlet oder Macbeth wird es noch schwieriger!!! Was blieb mir da anderes übrig als mir jeweils eine zweisprachige Buch-Ausgabe anzuschaffen/ auszuleihen um folgen zu können? Und dann natürlich wieder diese unstillbare Lust, das ganze auch mal im britischen TV anzuschauen….

Eine wunderbare Erfindung ist die Existenz diverser VPNs. Und wenn man dann eben auf virtuellen englischen Pfaden unterwegs ist, dann klappt es auch mit der BBC-Mediathek! Juhu, endlich originalsprachige Filme und Serien. Und zum Glück gibt es die Untertitelung für Hörgeschädigte auch in England. So kann ich auch das unverständlichste Genuschel interpretieren und so langsam kommt man dann auch mit diesen Dialekten zurecht.

Sehr spannend jetzt natürlich die Dokus zum Thronjubiläum der Queen! Ein Paradies für mich kleine heimliche Royalistin.

Was habe ich so nebenher noch gelesen?

The spies of Warsaw von Alan Furst“ und „The Information-Officer“ von Marc Mills.

Beides in den 30er und 40er Jahren angesiedelt, beides Spionageromane und durchaus spannend. Das erste las ich, weil es von BBC verfilmt worden war (natürlich mit David Tennant) und der Autor als Spionageroman-Papst gefeiert wurde und das zweite kaufte ich schon vor längerer Zeit, weil es in/auf Malta spielt und da ich dort schon in Urlaub war und es als Teil des britischen Empires natürlich in mein Beuteschema passte.

Dazu passt noch „Ein angesehener Mann“ von Abir Mukherjee, das ich schon vor einiger Zeit gelesen hatte. Spielt zur Kolonialzeit in Indien, klassische Who-Done-it Geschichte mit einem indischen Protagonisten. Hatte ich als Kindle gelesen und letzte Woche zufällig im öffentlichen Bücherregal entdeckt. Das musste natürlich mit und füllt zusammen mit den anderen Spionageromanen so langsam das letzte freie Regalbrett.

Wo soll ich eigentlich die ganzen englischen DVDs hinpacken??? Ohoh, jetzt geht das Bibbern unter den anderen Büchern los; welches landet denn wohl im öffentlichen Bücherregal, um Platz zu schaffen?

To be continued….

Veröffentlicht unter England, Film, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Der Fluch der……

nein, nicht der Karibik; sondern der Serie.
Da wollte ich einfach mal ein bisserl Ordnung in mein neu entstandenes Bibliothekszimmer bringen und dabei mal so ganz life-read-balance mäßig in ein schönes Buch meine Lieblingsbuchserien eintragen. So mit „habe ich oder habe ich nicht, schon gelesen oder noch nicht gelesen, gibt es eine Verfilmung und wie war die und so weiter und so fort.“

Und wie ich so die Bücher zusammensuchte kristallisierte sich doch die eine oder andere Serie heraus und weil ich eben nicht aus meiner Haut heraus kann, recherchierte ich, ob ich denn alle Bücher habe oder wie viele es überhaupt gibt und es wurden bei so manchen Autoren immer mehr:

Eine kleine Liste:
J. K. Rowling: Harry Potter
ok, das ist überschaubar: 7
Harry Potter 
… und der Stein der Weisen (1997)
… und die Kammer des Schreckens (1998)
… und der Gefangene von Askaban (1999)
… und der Feuerkelch (2000)
… und der Orden des Phönix (2003)
… und der Halbblutprinz (2005)
… und die Heiligtümer des Todes (2007)
also nur die „schnöden Bücher“ nicht die Sonderausgaben, die Drumherum-Bücher …

Elizabeth George: Inspector Lynley
hier sind es doch schon erstaunlich viele: 20
Liste der Romane auf der offiziellen deutschen Seite
und da kommen bestimmt noch welche. (während ich diesen Beitrag schreibe entdecke ich gerade die Vorankündigung für Band 21 für Ende März 2022)

Donna Leon: Commissario Brunetti
Hilfe, ich dachte ich würde sie alle kennen : 31

  1. Venezianisches Finale (1992)
  2. Endstation Venedig (1993)
  3. Venezianische Scharade (1994)
  4. Vendetta (1995)
  5. Acqua alta (1996)
  6. Sanft entschlafen (1997)
  7. Nobilta (1998)
  8. In Sachen Signora Brunetti (1999)
  9. Feine Freunde (2000)
  10. Das Gesetz der Lagune (2001)
  11. Die dunkle Stunde der Serenissima (2002)
  12. Verschwiegene Kanäle (2003)
  13. Beweise, daß es böse ist (2004)
  14. Blutige Steine (2005)
  15. Wie durch ein dunkles Glas (2006)
  16. Lasset die Kinder zu mir kommen (2007)
  17. Das Mädchen seiner Träume (2008)
  18. Schöner Schein (2009)
  19. Auf Treu und Glauben (2010)
  20. Reiches Erbe (2011)
  21. Tierische Profite (2012)
  22. Das goldene Ei (2013)
  23. Tod zwischen den Zeilen (2014)
  24. Endlich mein (2015)
  25. Ewige Jugend (2016)
  26. Stille Wasser (2017)
  27. Heimliche Versuchung (2018)
  28. Ein Sohn ist uns gegeben (2019)
  29. Geheime Quellen (2020)
  30. Flüchtiges Begehren (2021)

    !!! Allerdings ist Donna Leon schon 80 Jahre …


    vergesst es, für März 2022 ist schon ein neuer Fall angekündigt.

Wolfgang Burger : Alexander Gerlach Heidelberg Krimis
auch hier ist die Anzahl schon beängstigend: 18

  1. Heidelberger Requiem (2005)
  2. Heidelberger Lügen (2006)
  3. Heidelberger Wut (2007)
  4. Schwarzes Fieber (2008)
  5. Echo einer Nacht (2009)
  6. Eiskaltes Schweigen (2010)
  7. Der fünfte Mörder (2011)
  8. Die falsche Frau (2012)
  9. Das vergessene Mädchen (2013)
  10. Die dunkle Villa (2014)
  11. Tödliche Geliebte (2014)
  12. Drei Tage im Mai (2015)
  13. Schlaf, Engelchen, schlaf (2016)
  14. Die linke Hand des Bösen (2017)
  15. Wen der Tod betrügt (2018)
  16. Wenn Rache nicht genügt (2019)
  17. Der sanfte Hauch des Todes (2020)
  18. Am Ende des Zorns (2021)
    und noch denkt der Chef des Kommissariats nicht über die Rente nach


    Walter Moers: ich nenne es das „Zamonische Universium“
    Hier darf es ewig weitergehen; dieses Universum darf sich gerne ins Unendliche ausdehnen!
  1. Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
  2. Ensel und Krete – Ein Märchen aus Zamonien
  3. Rumo & Die Wunder im Dunkeln
  4. Die Stadt der Träumenden Bücher auch die Grpaic novel ist absolut empfehlenswert!!!
  5. Der Schrecksenmeister
  6. Das Labyrinth der Träumenden Bücher
  7. Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
  8. Weihnachten auf der Lindwurmfeste
  9. Der Bücherdrache

Daneben gibt es noch
Wilde Reise durch die Nacht; nicht in Zamonien angesiedelt, aber im Zusammenspiel mit den Holzschnitten von Gustave Doré ; aus denen eigentlich die Geschichte entstanden ist, absolut genial!


So, das soll es aber dann mal gewesen sein mit den Buchreihen in meinem Bibliothekszimmer. Doch was ist das? Hier eine Ansammlung von Bodensee-Krimis, da stehen auch wieder vier Krimis von Charlotte Link beieinander…. Ab wann beginnt eigentlich eine Reihe?

Um im Regal genug Platz vorzuhalten bleibt nur eine Chance: Lebensdaten der Autoren recherchieren, Durchschnittsjahresproduktion errechnen und dann Rechnen, Rücken, Öffentliches Bücherregal!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Rezension: Elsterjahre von Charlie Gilmore

Die Elster hat mich leider nicht gepackt.
Eigentlich ist die Kombination Vogeljunges wird von Menschen aufgezogen fast immer ein Garant dafür, dass ich mich auf das Buch stürze und es in einem Rutsch durchlese. Das war hier leider nicht so.

Zäh zieht sich die Geschichte hin, zu verworren die Ausflüge in die Geschichte des Vaters und irgendwie konnte auch die Schilderung des Aufwachsens des kleinen Vogels mich nicht überzeugen oder gar Sympathien für den kleinen bei mir wecken.

Eines der wenigen Bücher, die ich nicht beenden werde, weil es keinerlei Anreiz ausströmt, jetzt genau dieses und nicht eines der vielen anderen verfügbaren Bücher zu lesen.

Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise als E-Medium vom Verlag via Netgalley zur Verfügung gestellt

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Die letzte Bibliothek

soll geschlossen werden! Die letzte? Nein, die einzige Bibliothek im kleinen Dörfchen Chalcot! Zusammen mit fünf anderen Gemeindebüchereien im District …….., die alle dem Sparzwang durch die Regierung geopfert werden sollen.


Eine Katastrophe für die Bibliothekarin June, deren ganzer Lebensinhalt die Arbeit in dieser Bibliothek ist. Sie hat die Stelle quasi von ihrer vor acht Jahren verstorbenen Mutter geerbt und kann sich außer der Bibliothek und dem kleinen Elternhäuschen mit einer veritablen Privatbibliothek nichts anderes vorstellen. Ihre tägliche Routine „Haus verlassen, zur Arbeit gehen und danach wieder ins Haus zur ihren Büchern zurückkehren“ ist ihr Leben. Nie hatte sie das Bedürfnis, diesen Job oder gar das Dorf zu verlassen und der kleinen idyllischen Welt den Rücken zu kehren und hinaus in die Welt zu stürmen.

Stattdessen denkt sie sich das Leben ihrer Benutzer anhand der von ihnen ausgeliehenen Bücher aus.


„Sie pickte sich eine Besucherin oder einen Besucher heraus und überlegte sich anhand der Bücher, die die Person auswählte, eine Lebensgeschichte für sie. Heute fiel ihre Wahl auf eine Frau mittleren Alters, die zwei Romane von Danielle Steel und einen Island-Reiseführer in ihrem Korb hatte. June schloss daraus, dass die Arme in einer lieblosen Ehe gefangen war, mit einem ungehobelten, wenn nicht gar gewalttätigen Mann. Sie plante, sich nach Reykjavík abzusetzen, wo sie sich in einen kernigen Isländer mit Vollbart verlieben würde. Doch kaum dass sie endlich ihr wahres Liebesglück gefunden hätte, würde ihr Ehemann sie aufspüren, um zu verkünden …


Eine herrliche Beschäftigung, wenn man so das Leben anderer erfinden kann. Junes Leben dagegen ist leise und reduziert, vielleicht liegt es daran, dass sie weder gerne vor anderen spricht noch überhaupt gerne im Mittelpunkt steht. Ihre Lieblingsfrisur ist ein Dutt und spätestens jetzt ist das Klischee der intelligenten, aber schüchternen Bibliothekarin vollständig.

Aber das macht nichts, denn dieses Dorf ist bevölkert von schrulligen alten Damen, feinen zurückhaltenden alten Herren, es gibt einen „Strick- und Schwatz-Club“, der regelmäßig in der Bibliothek seine Zusammenkünfte hat und die Chefin der Bibliothek ist eine resolute ältere Dame kurz vor der Rente, die manchmal an den Bibliotheksdrachen von früher erinnert.

„Marjorie Spencer war die Bibliotheksleiterin, ein Titel, den sie wie einen Kriegsorden an ihre Bluse gepinnt trug.“

Als die Schließung publik wird, formiert sich Widerstand aus dem Dorf, einfach köstlich zu lesen und ein Plädoyer für die „Bibliothek als 3. Ort“. Und nachdem diverse Protestaktionen nicht den gewünschten Erfolg zeigten, besetzen die Bürger ganz einfach die Bibliothek. Die älteren organisieren Verpflegung etc., so wie sie es schon im zweiten Weltkrieg gemacht hatten, die jüngeren tragen den Protest in die sozialen Medien. So stehen aus den verschiedensten Beweggründen immer mehr Bewohner für diese kleine Bibliothek ein; ein herrlicher Querschnitt der Gesellschaft.

„Wir mögen zwar ein kleines Dorf sein, aber unser Kampf ist größer als Chalcot. Wir müssen um unsere Bücherei kämpfen, als wäre es die letzte Bibliothek der Welt.«“


Plötzlich steht ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: intrigiert die Bibliotheksleiterin heimlich gegen den Widerstand und treibt im Geheimen die Abwicklung voran, zusammen mit ihrem Mann, der rein zufällig in der zuständigen Kreisverwaltung arbeitet?

Tja, die Welt ist leider nicht immer so idyllisch, wie sie auf den ersten Blick aussieht und nicht jeder kann einem guten finanziellen Angebot einer großen Kaffeekette, die das Bibliotheksgebäude nahezu ideal für ihren Standort hält, widerstehen.

Dass sich nebenbei noch eine Liebesgeschichte entwickelt und ein verloren geglaubter Sohn zurückkehrt, rundet diesen netten kleinen Roman gut ab.

Und ja, auch bei uns werden kleine Gemeindebüchereien gerne als erstes geschlossen, wenn das Geld knapp ist oder das Personal anderweitig besser einzusetzen ist.

Wie es ausgeht? Na da müsst Ihr schon selbst zum Buch greifen und einfach mal nach Chalcot reisen!

Fazit: Ja, absolut lesenswert für alle Englandfans, Liebhaber von Bibliotheken und schrulligen Dorfbewohnern.

„Die letzte Bibliothek der Welt“ von Freya Sampson, übersetzt aus dem Englischen von Lisa Kögeböhn. Dumont 2021

Das Exemplar wurde mir freundlicherweise von NetGalley zur Verfügung gestellt.


Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Rezension zum Hörbuch „Der Horror der frühen Medizin“

Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner

von Lindsey Fitzharris Gesprochen von Friedhelm Ptok

Dieses Hörbuch wurde mir zur Rezension über NetGalley zur Verfügung gestellt.

Medizingeschichte, da konnte ich natürlich nicht widerstehen und ließ ich mich auf die spannende und aufreibende Entwicklung der Krankenhaushygiene im 19Jhdt. entführen.

Mitreißend vorgelesen von Friedhelm Ptok fiebert man mit dem jungen Joseph Lister im Vorlesungssaal mit; erschauert bei der drastischen Beschreibung der Zustände in den verschiedenen englischen Krankenhäusern und irgendwann stellt man sich die Frage „Waren die Zustände bei uns in Deutschland auch so katastrophal?“ „Ja!. lautet dann die ernüchternde Antwort; wer sich einmal an die Serie Charité erinnern möge, kann gewisse Parallelen erkennen.

Der Titel „Horror der frühen Medizin“ ist natürlich etwas reißerisch formuliert; ich finde den Originaltitel „The Butchering Art“ irgendwie treffender.
Aber was für ein faszinierendes Zeitalter der Entdeckungen auf dem Feld der Naturwissenschaften und erstaunlich wie schwer sich die Verfechter der neuen Erkenntnisse bei der Umsetzung im Alltag taten. Ein Machtkampf zwischen den alten Anhängern der Miasmentheorie und der neuen Erkenntnis des Vorhandenseins von Bakterien und Viren.

Dass Hygiene im Kampf gegen Viren und Bakterien, damals gerade erst herausgefunden und beileibe noch nicht von allen Medizinern akzeptiert, auch heute noch essentiell und lebensrettend ist, zeigt die momentane Pandemie auf deutliche Art und Weise.

Um so erstaunlicher, mit welch primitiven Mitteln (aus heutiger Sicht) hochgefährliche Eingriffe durchgeführt wurden und – wenn der behandelnde Arzt ein modernen Ideen aufgeschlossener war – auch erfolgreich überlebt wurden.

Was beim Hörbuch naturgemäß fehlt sind die Anmerkungen und Literaturhinweise, die zahlreich bei der Druckversion angefügt sind.

Fazit: Absolut hörens- und lesenswert!

Veröffentlicht unter England, Hörbuch, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Sehe ich doppelt oder bin ich verrückt?

Abends sehe ich gerne zum Einschlafen noch ein bisschen fern; vorzugsweise Serien, denn die sind meistens überschaubar und wenn ich nach einer Folge eingeschlafen bin, habe ich nicht viel verpasst. Und ja, ich schaue sie auf Amazon Prime. Das schlägt mir ja aufgrund der Mitprotokollierung meiner Sehgewohnheiten auch immer mal wieder was vor, was ich anschauen können sollen will und so stieß ich auf die Serie „Broadchurch“.

Ok, der Plot ist ganz spannend und die 2 Staffeln mit je 8 Folgen ließen sich auch ganz gut ansehen. Die zweite Staffel schwächelt etwas, denn es war ja eigentlich klar, dass das Urteil so fallen würde, wie es fiel (will ja nix verraten), ansonsten hätte man ja keine 8 Folgen darauf verwendet. Tja, oder ich habe eben schon zu viele Court Room Dramas geschaut; für mich war das Urteil klar. Spannend, wie die Beteiligten, die Bevölkerung des Ortes reagieren; das Ende lässt eine Fortsetzung in einer weiteren Staffel durchaus zu.

Update: Inzwischen ist auch die 3. Staffel veröffentlicht worden!

Eigentlich will ich auch nicht über die Serie an sich sprechen, (das gibt einige Blogbeiträge in der Zukunft), sondern über die Vorschläge, die mir Amazon Prime daraufhin für weitere Serien machte:

„Gracepoint“, die amerikanische Adaption von Broadchurch.
„Malaterra“ , die französische Adaption, allerdings nur als DVD erhältlich

Derselbe Plot, in der amerikanischen Adaption sogar derselbe Hauptdarsteller (David Tennant). Die französiche Adaption von France2 hat eigene Schauspieler. Allerdings lief die Originalserie auch in Frankreich, wenn ich mich nicht täusche.

Also drei Mal die gleiche Geschichte?
So what? Ist der TV konsumierende Mensch nicht mehr in der Lage, Serien Kontinent-/Länder-übergreifend zu verstehen und benötigt deshalb seine eigene Adaption?

Oder ist das eine geschickte Strategie, für das gleiche Produkt (die Geschichte) mehrmals zu kassieren?
Aber rechtfertigt dies den Aufwand, den eine Filmproduktion so mit sich bringt? Denn der ökologische Fußabdruck einer Film- oder Serienproduktion ist – gelinde gesagt – eher suboptimal.

Und was denke ich als Schauspieler*in den, wenn ich die identische Rolle zweimal spiele? Egal, zweimal Gage, das ist das wichtigste?

Geht da nicht auch ein bisschen Spannung verloren, wenn die landestypischen „Marotten“ in einer „eigenen landestypischen“ Produktion glattgebügelt werden? Das Spannende ist doch auch mal der Blick über den Tellerrand; andere Strukturen, andere Kulturen etc. kennen zu lernen, oder liege ich da völlig daneben?

Oder trauen die Produzenten den Konsumenten nicht mehr zu, einen Plot, der im Ausland spielt, zu verstehen? Warum sind denn bei uns gerade nordische Krimis im TV so ein Erfolg? Weil sie so ganz anders sind als unsere deutschen. Und damit meine ich nicht nur die Landschaft, sondern durchaus auch die Strukturen im Polizeiapparat, der Justiz etc.


Wer noch mehr solche Zwillinge kennt, ist gerne eingeladen, sie in den Kommentaren zu nennen; vielleicht finden wir ja gemeinsam heraus, was dahinter steckt.

Veröffentlicht unter England, Film | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Systemfehler oder nur ein Fehler im System?

Eine Rezension über „Systemfehler von Wolf Harlander“

Fiktion oder doch nahe mögliche Realität?
Ich habe „Systemfehler“ während der Hochwasserkatastrophe in RLP und NRW gelesen; glücklicherweise weit weg von diesem dramatischen Geschehen. Aber unweigerlich kamen Meldungen über das Radio und TV, die sich sehr ähnlich anhörten wie manche Passagen im Buch. Plünderungen von Geschäften, Querdenker, die die Chance sehen, die Ereignisse für ihre Zwecke auszunutzen. Die Hilflosigkeit angesichts des Ausfalls von Strom, Internet und der Wasserversorgung.

Nun stelle man sich das einmal als abgestimmten geplanten Angriff auf die Energie- und Wasserversorger in Europa vor. Ausgelöst durch einen Angriff auf die Computernetze, die wir gemeinhin als „Internet“ kennen.

Aber wissen wir wirklich, wie alles zusammenhängt. Ist es uns noch bewusst, was in unserem alltäglichen Leben an der Lebensader Internet hängt? Und wie schnell das gewohnte Leben zusammenbricht, wenn diese Struktur versagt?
Nein, können Sie sich nicht vorstellen? Dann ist dieses Buch genau richtig. Vom kleinen einzelnen menschlichen Fehler nimmt die Katastrophe ihren Lauf, manche Konsequenzen mögen überzogen vorkommen, aber wenn man dann mal kurz im Internet recherchiert, dann sieht man: alles in Teilen schon mal dagewesen.

„Mai 2021 Wichtige US-Pipeline steht nach Cyberattacke still“ oder „Feb. 2021 Hacker manipulieren Wasseraufbereitungsanlage in den USA“

Die plötzlich gewaltvolle Demonstration vor dem Reichstag, die „Erstürmung des US-Kapitols“, der temporäre Auswahl von Handynetzen oder WLAN in Uni oder Büro.

All diese „kleinen Vorkommnisse“, die man so schnell wieder vergisst, kumuliert Harlander in diesem spannenden Krimi, mit sympathischen Protagonisten und flüssigem Schreibstil zu einem wahren Pageturner.
Manch Figur wurde geschickt ins Off geschrieben, wenn sie der Handlung nicht mehr dienlich war; ein bisschen schade fand ich, dass die weiblichen Parts etwas zu kurz kommen. So verschwinden praktischerweise die Ehefrau und die zwei Töchter relativ schnell von der Bildfläche und tauchen erst viel später, fast als Pflichtübung, am Ende wieder auf. Natürlich ist von 3 Kindern der Bub der Computerspielnerd, der Vater der Computerexperte und die einzige Frau im BND, die mit an der Aufklärung arbeitet wird kurz vor dem Höhepunkt ins Krankenhaus geschrieben. Auch Frauen können Computer und Spiele entwickeln!
Ein paar Ungenauigkeiten in der medizinischen Versorgung sind wohl dem Vorantreiben der Story geschuldet, der Held muss ja weiter einsatzbereit bleiben. Und natürlich umweht ihn der Hauch des Geheimnisvollen, der vielleicht in einem weiteren Krimi gelüftet werden wird???

Und ja, das Ende, die Auflösung, wer denn nun hinter allem steckt; also die Verantwortung für dieses alles trägt…… Nein nein nein, ich verrate es nicht; aber als erfahrene Krimi- und Dystopienleserin war es , nein das wäre ja schon wieder gespoilert.

Trotz dieser kleinen Schwächen war es ein Vergnügen, diesen Krimi zu lesen; als ein Mensch, der noch die „analoge Daseinsform des Menschen“ erlebt hat, besonders und ich empfehle nach der Lektüre unbedingt den

„Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln im Notsituationen“ des Bundesamtes für Katastrophenschutz.

Und nun gehe ich Batterien kaufen und mein altes Kofferradio abstauben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Hört hört! Oder wie ich plötzlich mehr höre……

als lese!

Times are changing – sometimes….
Aber momentan bin ich abends mit Umzug und Vorbereitungen beschäftigt, dass ich nicht mehr die Muße habe, im Bett noch ein gedrucktes Buch zu lesen. Und wenn man sein Wochenende damit verbringt, die vielen Kisten, die sich im Keller angesammelt haben, zu sichten und auszusortieren, dann fehlt einem auch tagsüber die Zeit für ein Buch. Was liegt da näher, das Smartphone an den Nagel zu hängen und sich nebenher eines vorlesen zu lassen.
Natürlich keine tiefgründigen Werke, eher so etwas, was man auch auf einer Fahrt in den Urlaub oder im Urlaub am Strand hören würde.

Was wollen die denn hier?
Geschrieben und gesprochen von Lucas Vogelsang und Joachim Król
Während man beim gedruckten Buch ja als Auswahlkriterium den Autor oder das Genre hat (na gut, vielleicht auch mal das Cover;-)), hat man beim Hörbuch ja noch eine dritte Dimension: den oder die Sprecher*in.
Bei diesem Buch waren es Joachim Król als Sprecher und die „Aufarbeitung der DDR/Wendezeit“. Hört sich hochgestochen an, aber ich sortiere es darunter ein. Als Kind des kalten Krieges, aber ohne jegliche familiäre Verbindung in die damalige DDR und dazu noch weit weg von der innerdeutschen Grenze beheimatet, war die DDR für mich immer nur eine unrealistische Größe, über die man in der Schule und in den Medien Dinge erfuhr; aber nie selbst persönliche Erfahrungen machen konnte. Lediglich die Schulabschluss Fahrt 1988 nach Polen war die erste Berührung mit „der anderen Seite“. Teils bestätigten sich die Informationen, teils blieb man damals ratlos. Die kurzen Urlaubsbesuche nach der Wende blieben zwar bis heute im Gedächtnis, aber so eine richtige Beziehung konnte ich nie aufbauen. Daher war dieses Hörbuch wirklich eine geschichtliche Lehrstunde auf unterhaltsame Weise. Einerseits höre ich sehr gerne Joachim Król zu, andererseits sind die Episoden so kurzweilig, aber nicht minder tiefgründig geschrieben und im Duett mit Lucas Vogelsang einfach ein Genuss.
Dieses Buch höre ich mir in meinem neuen Domizil definitiv noch einmal an!

Miss Merkel : Mord in der Uckermark
Geschrieben von David Safier, gesprochen von Nana Spier
Das Buch oder die Geschichte lebt mit oder besser gesagt von der Sprecherin Nana Spier. Als gedrucktes Buch hätte es mich nicht sehr gefesselt, aber Nana Spier lässt Frau Merkel so lebendig erscheinen, dass man sich diesen Ruhestand als durchaus für möglich erachten kann. Natürlich ist alles reine Fiktion, aber die kleinen Seitenhiebe auf die politischen Kollegen, so mancher kleiner Rückblick auf Merkels politische Zeit; das könnte man sich schon als so möglich denken. die Handlung an sich ist nicht sonderlich verwickelt oder besonders anspruchsvoll; natürlich werden hier auch die üblichen Klischees von wegen Osten der Republik etc. bedient und natürlich gibt es auch eine Romanze als Nebenplot. Aber für die „Auditüre“* nebenher eine ganz amüsante Abwechslung von 8 Std und 54 Min.

Gott schütze dieses Haus
geschrieben von Elizabeth George, gesprochen von Hannelore Hoger
Der geneigte Leser dürfte inzwischen gemerkt haben, dass ich ein ausgesprochener Fan von Elizabeth George bin und als ich auf diese Hörbuchversion, dazu noch gelesen von Hannelore Hoger, stieß, war klar: die will ich hören. Leider war es eine verkürzte Hörfassung (ich finde, so etwas sollte verboten werden;-)) und so war der Genuß dann doch ein klein wenig getrübt.

Wenn die Blätter sich rot färben
Geschrieben von Louise Penny, gesprochen von Hans-Werner Meyer
Lange Schatten
Geschrieben von Louise Penny, gesprochen von Hans-Werner Meyer
Diese zwei Bücher, ein drittes hatte ich tatsächlich als gedruckte Version gelesen, sind eigentlich nur als Zufallsprodukt bei mir gelandet. Ursprünglich war ich mal wieder auf den Spuren eines meiner von mir favorisierten denglischen Schauspielern unterwegs und war auf die Verfilmung Louise Penny’s Buch mit ebendiesem gestoßen. (Inspector Gamache – Denn alle tragen Schuld). Angeblich sollen auch die anderen Krimis aus der Reihe verfilmt werden. Link
Hier ging mir beim zweiten Band der Sprecher ein bisschen auf den Geist, weil er die französischsprachigen Kanadier irgendwie dauerblasiert rüberkommen ließ. War mir beim ersten Buch noch nicht so aufgefallen, beim zweiten dafür umso mehr. Das gab den Figuren in meinen Ohren einen negativen Touch, den sie nicht verdient hatten.

Kalt ist der Abendhauch
Geschrieben von Ingrid Noll, gesprochen von Mechthild Großmann
Natürlich musste ich hier reinhören. Lokalkolorit, perfide schwarzhumorige Verwicklungen und wieder die sonore Stimme von Hannelore Hoger.

Er ist wieder da
Geschrieben von Timur Vermes, gesprochen von Christoph Maria Herbst
Als gedrucktes Buch hat es mich keine 20 Seiten gefesselt, als Hörbuch war es deutlich besser; aber auch das liegt an der „Performance“ des Sprechers Christoph Maria Herbst. Und es nimmt ja dann doch beängstigende Fahrt auf und nach den jüngeren Ereignissen aus der rechten Szene kann man erahnen, was da vielleicht im Verborgenen doch noch so alles braunes kreucht und fleucht. An manchen Stellen hat es mich wirklich geschaudert und ich musste dann doch mal eine Verschnaufpause einlegen. Hörbücher sind, zumal wenn man sie mit Kopfhörer hört, doch irgendwie intensiver. Vielleicht weil die Distanz von Ohr zu Hirn kürzer ist als von Buch zu Auge zu Hirn??? ;-))

to be contiued with:……

Die Tote in der Bibliothek
Geschrieben von Agatha Christie, gesprochen von Ursula Illert

Lesen kann tödlich sein
Geschrieben von Helena Marchmont, gesprochen von Uve Teschner

Finderlohn
Geschrieben von Stephen Kong, gelesen von David Nathan

Drei auf dem Eis
Geschrieben von Tim Krabbé, gesprochen von Joachim Król

Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord
Geschrieben von Fred Vargas, gesprochen von Hannelore Hoger


*als Pendant zur Lektüre beim gedruckten Buch

Veröffentlicht unter Film, Hörbuch, Literatur | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Man isst, was man liest

Nein, ich meine hiermit nicht, dass Ihr jetzt anfangen sollt, Bücher zu essen! Obwohl: geschnetzelter Thriller an zuckersüßer Romanze, gewürzt mit einem Hauch rassigem Erotikroman??? Alles zusammen in den Reißwolf geben und die Schnipsel leicht anbraten, mit einem guten Wein ablöschen und die Pampe in eine leere Buchform gießen. 3 Stunden im Ofen bei 257 Grad Fahrenheit abbacken und danach noch warm genießen!!!!

Sorry, ich hatte zu viel Phantasiegestöber genascht gestern.

Ich werde hier und heute auch nicht über Kochbücher schreiben, sondern ich hatte in letzter Zeit erstaunlich viel Essen in meinen Büchern. Also Beschreibungen, was es zu Essen gab, was sich wer wie zubereitete etc. Irgendwie häufte sich das auf unheimliche Art und Weise. Nach einer Blitzumfrage bei meinem Umfeld bekam ich noch weitere Tipps, wo viel und gut gegessen und gekocht wird und so entstand die Idee zu diesem Post.

Da sind zum einen die Kriminalromane von Louise Penny mit Inspector Gamache aus Canada.
Wenn man seine Infos über ein unbekanntes Land – in diesem Fall Canada – nur aus ihren Romanen beziehen würde, dann käme man zu dem Schluß, dass in Canada sehr viel und sehr käselastig gegessen wird. Entweder Sandwiches mit reichlich Käse darin oder Käseplatten, die nach dem Dessert noch aufgetragen werden oder Gerichte, die zusätzlich noch mit Käse überbacken werden.

Der Tipp von einer Kollegin führte mich zu den Krimis von Andrea Camilleri mit Comissario Montalbano. Nun habe ich zwar den ersten Krimi gelesen, aber da war jetzt nicht so viel von Essen die Rede. Nun gut, vielleicht steigert sich das ja mit den weiteren Bänden…

Allerdings so ganz um Kochbücher komme ich natürlich doch nicht herum; für die Krimis von Andrea Camilleri gibt es auch ein dazu geschriebenes Kochbuch, wo der geneigte hungrige Leser nicht nur auf den Spuren des Comissarios in Sizilien die Trattorien etc aufsuchen kann; nein, er bekommt dort auch die Rezepte zum Nachkochen:

Andrea Camilleris sizilianische Küche: Die kulinarischen Leidenschaften des Commissario Montalbano (Edition Lübbe) von Martina Meuth  (Autor), Bernd Neuner-Duttenhofer  (Autor), Andrea Camilleri (Vorwort)

Und natürlich dürfen die kulinarischen Genüsse aus meiner italienischen Lieblingskrimireihe nicht fehlen: es gibt ein Buch
Bei den Brunettis zu Gast: Rezepte von Roberta Pianaro und kulinarische Geschichten von Donna Leon“
wo sich die Rezepte der Speisen, die Paola kocht und serviert, finden und als zusätzliches Schmankerl noch einige Geschichte von Donna Leon zur Abrundung.

Ein Zufallsfund in einem öffentlichen Bücherregal war: Teufelsfrucht-ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand. Hier schlüpft ein Koch in die Rolle des Ermittlers. Das ganze spielt in Luxemburg, ich erhoffe mir einen Einblick in die dortige Küche.

So langsam bewegen wir uns von den Krimis weg hin zu kulinarischen Reiseführern. Und da fand ich den von Vincent Klink: „Ein Bauch lustwandelt durch Wien“ einfach köstlich! bin ich doch schon mehrmals in Wien gewesen und gerne in Kaffeehäusern und auf kulinarischen Spuren unterwegs. Sehr unterhaltsam zu lesen, auch wenn man nicht gerade in Wien ist oder kommen wird.

So, und nun ziehe ich mich mit einem guten Tee und einem leckeren Mandelhörnchen zurück….

Veröffentlicht unter Literatur | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen